Die Ernte

Die Ernte der Kastanien erfolgt je nach Sorte ab Mitte September bis Mitte Oktober. Das Sammeln der Früchte ist zumeist noch  – manchmal durch die stacheligen Igel eine schmerzhafte – Handarbeit.  In größeren Anlagen werden bereits Erntemaschinen eingesetzt. Je nach Sorte und Dauer der Kastanienblüte reifen die Früchte meistens nicht alle auf einmal sondern über eine längere Zeitspanne (oftmals mehrere Wochen) verteilt.

Die Kastanienbauern bemühen sich um eine hohe Qualität der Früchte, dabei wichtig sind folgende Punkte:

  • Bodenvorbereitung
  • Rasche Ernte
  • Keine Verletzungen
  • Ausscheiden minderer Qualitäten
  • Händische Ernte (mit Hilfe von Netzen)
  • oder maschinelle Ernte


Sortierung & Haltbarmachung

Neben der händischen Aussortierung werden in intensiven Anbaugebieten die Kastanien mittels Sortiertrommeln in verschiedene Größenklassen sortiert. Bei der Sortierung im Wasserbad werden die Kastanien in Wasser getaucht, wobei wurmige und verdorbene Früchte an die Oberfläche aufschwimmen. Danach werden die Kastanien mit einer Sortiermaschine sortiert – die größeren Früchte werden haltbar gemacht und zum Frisch-Verkauf angeboten. Um die Haltbarkeit zu verbessern,  erfolgt nach der Sortierung eine bis zu acht  Tage dauernde Behandlung im Wasserbottich, die den Geschmack und die Haltbarkeit der Früchte verbessert. Nach dem Trocken und bei kühler Lagerung können die Kastanien dann 2 bis 3 Monate aufbewahrt werden. 


Möglichkeiten der Haltbarmachung sind:

  • Anhäufeln
  • Räuchern
  • Kalte & Warme Wasserbäder
  • Trocknen


Tipp: Im Burgenland werden vom Verein „D'Kästnklauber“  österreichische Kastanien, die getrocknet und geschält werden, ganzjährig angeboten. Und zu einem guten Essen lässt man sich einen kräftigen, im Edelkastanien-Fass gereiften Rotwein schmecken!

Frucht- und Holznutzung

Die geernteten Kastanien werden überwiegend von den zahlreichen Kastanienbratern für den "Frischmarkt" abgenommen. Die mittleren und kleineren Kastanien können in einer Schälanlage geschält werden. Diese Früchte können anschließend entweder getrocknet und vermahlen, eingefroren oder gedämpft und zu Kastanienpüree verarbeitet werden. Für die Küche ist es notwendig, Kastanien zu konservieren, um sie ganzjährig zur Verfügung zu haben. Dazu können die Früchte entweder getrocknet oder gekocht und geschält und in Dosen oder Gläsern, ganz oder als Püree, konserviert werden. 
 
Die Früchte der Edelkastanie sind ein beliebtes Lebens- und Nahrungsmittel. Zahlreich sind die Verwendungsmöglichkeiten - nicht nur als Kastanienreis - in der Kulinarik. Als Bestandteil in Hauptgerichten, als Beilage oder als Dessert: mit Rezepten für und mit Edelkastanien kann man ganze Kochbücher schreiben. 
 
 Das Holz der Edelkastanie ist mittelschwer (spez. Gewicht 600-650 kg/m3 bei 12-15% Feuchtigkeit; zum Vergleich: Stieleiche 620-700 kg/m3) und weist gute Festigkeits- und Elastizitätseigenschaften auf. Es hat aufgrund seines hohen Gehaltes an Gerbsäure eine hohe natürliche Resistenz gegen Witterungseinflüsse und ist auch bei ständigem Erd- oder Wasserkontakt sehr dauerhaft. Es ist ringporig und hat eine ausgeprägte gelb- bis dunkelbraune Kernfärbung. Das Holz ist leicht bearbeitbar, dauerhaft, zäh und schön.
 
 Die Edelkastanie ist eine Baumart mit vielfältigem Nutzen. Schon die heilige Hildegard von Bingen schreibt sinngemäß: „Alles an ihr macht stark“. Es gibt jedoch noch viele andere Möglichkeiten, mit denen uns die Edelkastanie dient. Da sind erst einmal die Blätter, die als Heilmittel insbesondere bei Husten und Lungenbeschwerden wirken. In der Medizin wird auch die durch den Gehalt an Gerbsäure bedingte adstringierende Wirkung der Blätter eingesetzt. Der hohe Gehalt an Gerbsäure ist auch in der Rinde und im Holz gegeben. Früher wurde Kastanienrinde oft in Gerbereien eingesetzt. Im slowenischen Sevnica wird seit 1923 in der dort ansässigen Fabrik nach wie aus Kastanienholz und -Rinde Tannin produziert und zu Produkten für die pharmazeutische und chemische Industrie weiterverarbeitet.

 


Esskastanie